Dienstvorschrift
über den
Behälterverkehr
(Beh Vo)
gültig vom 1. Juli 1935 ab

Anhänge


Anhang I
Abmessungen und Gattungszeichen der Kleinbehälter
(1) Die Kleinbehälter werden nach ihrem Fassungsraum in 3 Gruppen A, B und C eingeteilt. Sie erhalten folgende Haupt- und Nebengattungszeichen:

I Hauptgattungszeichen und Abmessungen:
Haupt-
Gattung-
zeichen
Fassungs-
raum
Lade-
gewicht
Behälterinnenmaße
LängeBreiteHöhe
kgmmmmmm
A110001450800900
B2100016509501300
C3750190010501500

II Nebengattungszeichen:
(In Verbindung mit einem Hauptgattungszeichen unter I)
o=offene Kleinbehälter,
d=Kleinbehälter mit dichten Stirn- und Seitenwänden,
l=Kleinbehälter mit Wänden aus Latten oder Drahtgeflecht,
z=Kleinbehälter mit Zwischenböden
k=Kleinbehälter, die von Kunden beschafft und der Reichsbahn oder einer Eisenbahn übereignet sind, die dem Behälterverkehr beigetreten ist (Kundensonderbehälter und Kundenbehälter

(2) Hinter dem Hauptgattungszeichen folgen die Nebengattungszeichen in vorstehender Reihenfolge.


Anhang II
Meldung, Ausgleich, Verteilung und Nachweis der Kleinbehälter

§ 1
Bestellung und Abbestellung

(1) Die Abfertigung trägt die Bestellungen von Kleinbehältern - vgl Beh Vo § 6 (1) - in das Behälterbestellbuch ein.
Bestellungen von beheimateten bahneigenen Behältern, für die Behälter gewöhnlicher Bauart nicht verwendet werden können (z B A1z), sind erst in das Behälterbestellbuch einzutragen, wenn sie vorhanden sind oder ihr Eingang bestimmt zu erwarten ist.
In der Spalte "Bemerkungen" ist anzugeben:
a)bei Bestellungen für den Wagenladungsverkehr "Ladung",
bei Bestellungen für Dienstgut "Dgut",
bei Bestellungen für Sendungen nach dem Ausland der deutsche Übergangsbahnhof,
b)bei Stellung von beheimateten bahneigenen Behältern "Heimatbehälter"
bei Stellung von Kundensonderbehältern und Kundenbehältern "Kundenbehälter".

(2) Eine Übertragung unerledigter Bestellungen findet in der Regel nicht statt. Wenn Bestellungen voraussichtlich am Bedarfstag nicht erledigt werden können, ist nach GWV I § 20 (4) und (5) sinngemäß zu verfahren.

(3) Das Behälterbestellbuch ist täglich für die Hauptmeldung (§ 3) abzuschließen (Meldungsabschluß).

(4) Nach dem Meldungsabschluß eingehende Bestellungen (Nachbestellungen) sind unter dem Meldungsabschluß einzutragen. Als nachbestellt gelten auch Kundensonderbehälter und Kundenbehälter, die der Einsteller aus seinem eigenen Bestand aufliefert.

(5) Die Spalten 8 bis 11 des Behälterbestellbuches sind spätestens am Morgen des auf den Bedarfstag folgenden Tages auszufüllen und nach freizügigen Behältern, beheimateten bahneigenen Behältern und Kundenbehältern einschließlich Kundensonderbehältern zusammenzustellen (Tagesabschluß). Die Zahlen des Tagesabschlusses bilden die Unterlagen für den Behälterstellungsnachweis (§ 5).

(6) Bei Abbestellung von Behältern vor der Bereitstellung - Beh Vo § 8 (3) - ist im Behälterbestellbuch in Spalte "Bemerkungen" der Tag und die Stunde des Eingangs der Abbestellung, der Betrag der Abbestellgebühr und die Verrechnung im Nebengebührenbuch zu vermerken.

§ 2
Feststellung des Bedarfs und Bestandes

(1) Als Bedarf gelten alle nach dem Behälterbestellbuch am nächsten Werktag erforderlichen Kleinbehälter.

(2) Als Bestand gelten - ohne Rücksicht auf den eigenen Bedarf -
a) die freizügigen deutschen Kleinbehälter,
die leer vorhanden sind und am Tag der Meldung nicht gebraucht werden,
die voraussichtlich am Tag der Meldung noch leer werden oder auf Grund der Zusage noch zu erwarten sind und für den nächsten Tag verfügbar bleiben,
deren Rückgabe von einer Ausbesserungsstelle für den nächsten Tag bestimmt zu erwarten ist,
b) die beheimateten bahneigenen Kleinbehälter,
die Kundensonderbehälter und Kundenbehälter und
die Kleinbehälter der Privatbahnen und Kleinbahnen,
für die der Meldebahnhof Empfangsbahnhof ist und die er nach Beh Vo § 11 im Rücklauf verwenden kann,
c) die ausländischen bahneigenen Kleinbehälter.
Als Bestand für die Heimatbahnhöfe gelten ferner die bei ihnen beheimateten bahneigenen Kleinbehälter, die sie am Bedarfstag verwenden können.

(3) Die Reichsbahndirektion kann anordnen, daß für die Heimatbahnhöfe abweichend von § 1 (1) Abs 2, § 2 (1) und § 2 (2) Abs 2 alle bestellten beheimateten bahneigenen Kleinbehälter des eigenen Bezirks als Bestand gelten.

(4) Zur Aufnahme des Bestandes an Kleinbehältern ist nach Bestimmung des Verkehrsamts ein Bestandsbuch oder ein Merkbuch zu verwenden (vgl GWV I § 26 (2)).

(5) Wegen der Rücksendung der nicht freizügigen Kleinbehälter, die der Empfangsbahnhof nicht verwenden kann, vgl § 4 (6).

§ 3
Meldungen an die Verteilungsstelle

(1) Alle Abfertigungen melden täglich im Anschluß an die wagendienstliche Hauptmeldung oder zu dem von der Reichsbahndirektion bestimmten Zeitpunkt dem Wagenbüro oder der Unterverteilungsstelle den Bedarf und Bestand an Kleinbehältern unter Voransetzung des Wortes "Behälter" (Hauptmeldung).

(2) Für die Meldungen sind die Behälter nach Ad, Al, Bd, Bl und C zusammenzufassen

(3) Im Bedarf sind in der Hauptmeldung dabei anzugeben:

Haupt- und Nebengattungszeichen (Ziff 2), Stückzahl,
bei Sendungen nach dem Ausland Empfangsbahn und deutscher Übergangsbahnhof,
bei Sendungen im Wagenladungs- oder Sammelladungsverkehr der Zusatz "Ladung",
bei Dienstgutsendungen der Zusatz "Dgut".
Um die Ersatzstellung zu erleichtern und dadurch die Ausnutzungsmöglichkeiten zu erweitern, ist im Bedarf anzugeben, ob für den bestellten Kleinbehälter ein solcher anderer Bauart verwendbar ist (Behälter Bedarf Ad oder Al 1").

(4) Im Bestand sind anzugeben:

Haupt- und Nebengattungszeichen (Ziff 2), Stückzahl,
dahinter nachrichtlich in Klammern die Zahl der verwendbaren beheimateten Behälter (vgl § 2 (2) b)),
bei ausländischen bahneigenen Behältern Fassungsraum, Heimatbahn und deutscher Übergangsbahnhof.
(5) Ferner sind dem Wagenbüro oder der Unterverteilungsstelle zu melden (Nebenmeldungen):
a) Nachbestellungen, soweit sie aus nachträglich verfügbar gewordenen Behältern nicht erledigt werden können,
b) Abbestellungen, soweit die Kleinbehälter schon als Bedarf gemeldet waren,
c) die nachträglich verfügbar werdenden freizügigen Kleinbehälter, die für Nachbestellungen am gleichen Tage nicht gebraucht werden.

(6) Meldebeispiel:

Gevelsberg-Vogelsang an Büro Wg Wt
Behälter Bedarf Ad 2 dav Ladung 1 Dgut 1
Ad oder Al 11
Bd 2 dav Belgien Aachen West 1
Bd oder Bl 11
C 2 dav Ladung 1
Bestand Ad 10 (1)
Al 12
Bd 8
Bd Belgien Aachen West 1
Bl 9
C 5

§ 4
Ausgleich und Verteilung

(1) Das Wagenbüro stellt die Bedarf- und Bestandszahlen der einzelnen Behältergattungen zusammen und meldet die Summen dem Hauptwagenamt im Anschluß an die wagendienstliche Hauptmeldung.

(2) Das Hauptwagenamt gleicht auf Grund der Meldungen der Wagenbüros nach Ziff (1) die Bestände zwischen den Bezirken aus, indem es

a) die Wagenbüros anweist, Behälter an andere Bezirke abzugeben (Abgabeverfügung),
b) den Wagenbüros mitteilt, wieviel Behälter andere Bezirke auf Grund von Abgabeverfügungen zuführen werden.
Das Hauptwagenamt kann die Abgabe von Behältern für einen längeren Zeitraum im voraus verfügen.
Die Abgabeverfügung muß bis spätestens Stunde 12 beim Wagenbüro eingehen. Nach diesem Zeitpunkt steht der nicht verfügte Bestand dem Wagenbüro zur freien Verfügung.

(3) Das Wagenbüro oder die Unterverteilungsstelle verteilt die Kleinbehälter auf Grund der Ausgleichsverfügung des Hauptwagenamts und der Bedarfs- und Bestandsmeldungen.

(4) Die Verteilungsverfügung werden zu einem von der Reichsbahndirektion bestimmten Zeitpunkt unter Angabe der Haupt- und Nebengattungszeichen an die Dienststellen abgegeben. Die zugewiesenen Kleinbehälter werden den Bedarfsbahnhöfen zugesagt.

(5) Die Verfügung des Wagenbüros oder der Unterverteilungsstelle ist stets  abzuwarten. Ohne deren Zustimmung dürfen Kleinbehälter nicht abgesandt werden. Für die Gültigkeitsdauer der Verteilungsverfügung gelten sinngemäß die Bestimmungen der GWV I § 32 (3).

(6) Beheimatete bahneigenen Behälter, Kundensonderbehälter und Kundenbehälter und Behälter von Privatbahnen und Kleinbahnen sind an den Heimatbahnhof zurückzusenden, wenn sie nicht verwendet werden können.

§ 5
Behälterstellungsnachweis

(1) Die Güterabfertigung führt einen Behälterstellungsnachweis über die gestellten und die nicht rechtzeitig gestellten Kleinbehälter.
Als Stellungstag gilt der Tag der Bereitstellung, nicht der Tag der Aufgabe.

(2) Die Abschnitte I, II und III des Behälterstellungsnachweises sind spätestens am nächsten Morgen nach den Tagesabschlußzahlen des Behälterbestellbuches auszufüllen.

(3) Der Behälterstellungsnachweis ist am Sonnabend jeder Woche wie der Wagenstellungsnachweis abzuschließen und mit diesem an das Wagenbüro zu senden. In dem Wagenstellungsnachweis ist neben der Unterschrift zu vermerken "Anlage: 1 Behälterstellungsnachweis" oder "Behälterstellungsnachweis Fehlanzeige".

(4) Das Wagenbüro fertigt nach Eingang der Behälterstellungsnachweise einen Stellungsnachweis für seinen Bezirk, gibt ihn mit dem Wagenstellungsnachweis an das Hauptwagenamt und behält eine Abschrift zurück.

(5) Der Behälterstellungsnachweis der Güterabfertigung wird nach Prüfung an die Güterabfertigung zurückgesandt, wo er nach Jahrgängen zu heften und zwei Jahre aufzubewahren ist.

(6) Das Hauptwagenamt stellt aus den Behälterstellungsnachweisen der Wagenbüros die Behälterstellung der Bezirke und des Reichsbahngebiets zusammen. Die Ergebnisse werden der Hauptverwaltung, den Reichsbahndirektionen, den Oberbetriebsleitungen und dem Reichsbahn-Zentralamt München übersandt.


Anhang III
Mietsätze für Behälter
Die Miete beträgt:
(1) für von der Eisenbahn beschaffte Behälter:
Auf eine Entfernung
von km
KleinbehälterGroßbehälter
mit einem Fassungsvermögen
von 1 m³ *)von 2 m³ *)von 3 m³ *)über 3
bis 10 m³
über 10
bis 16 m³
über 16 m³
Gattungszeichen
ABC


Reichsmark
1 - 491,001,502,003,004,006,00
50 - 991,502,203,004,506,009,00
100 - 1992,003,004,006,008,0012,00
200 - 2992,503,705,007,5010,0015,00
300 - 3993,004,506,009,0012,0018,00
400 - 4993,505,207,0010,5014,0021,00
500 - 5994,006,008,0012,0016,0024,00
600 - 6994,506,709,0013,5018,0027,00
700 - 7995,007,5010,0015,0020,0030,00
800 - 8995,508,2011,0016,5022,0033,00
900 - 9996,009,0012,0018,0024,0036,00
1000 und mehr7,0010,5014,0021,0028,0042,00
*) Noch vorhandene andere Behälter mit einem Fassungsraum
bis 1,5 m³ gelten weiterhin als A-Behälter
über 1,5 bis 2,5 m³ gelten weiterhin als B-Behälter
über 2,5 bis 3,5 m³ gelten weiterhin als C-Behälter

(2) für von Kunden beschaffte, der Reichsbahn übereignete Behälter (Beh Vo § 13)
a) Kundenbehälter: bei Verwendung durch den Einsteller oder einen von ihm Beauftragten als Absender oder Empfänger: 50% der Sätze zu (1),
b) Kundenbehälter zur ausschließlichen Benutzung und Kundensonderbehälter: die Mietsätze zu (1);

(3) für Kleinbehälter bei Verschiffung mit Seeschiff (nicht Eisenbahnfähre) von deutschen Seehäfen:
für die Zeit des auf den Eingangstag bei dem Seehafenbahnhof folgenden Tages bis zum Tag der Rückgabe an den Seehafenbahnhof für den Tag bei

A- und B-Behältern
1,- RM
C-Behältern
1,50 RM
Angefangene Tage gelten als voll. Daneben wird bis zum Seehafenbahnhof Miete nach Ziff (1) oder (2) erhoben.

Anhang IV
Unterhaltung der Kleinbehälter
§ 1
Laufende Instandhaltung
(1) Alle bahneigenen Behälter sind nach jeder Rückgabe durch den Empfänger von der Abfertigung auf ihre Wiederverwendbarkeit nachzusehen. Schäden müssen sofort beseitigt werden. Wegen der Feststellung des Tatbestandes vgl Beh Vo § 12 (II).

(2) Beschädigte Behälter erhalten im Zettelhalter Notzettel nach WUV Anlage 6. In das obere weiße Feld des Notzettels ist an Stelle der Wagennummer die Bezeichnung des Behälters und darunter die zuständige Ausbesserungsstelle einzutragen.

§ 2
Planmäßige Besichtigung

(1) Alle 6 Monate wird jeder bahneigene Behälter besichtigt und geschmiert.

(2) Die Behälter mit ungeraden Nummern werden in den ungeraden Monaten Januar und Juli und die Behälter mit geraden Nummern in den Monaten Februar und August besichtigt. Die Besichtigungsmonate sind an jedem Behälter angeschrieben (Besichtigungskalender).

(3) Die Reichsbahndirektion bestimmt die Abfertigungen, bei denen die Behälter planmäßig besichtigt werden. Diese Abfertigungen teilen täglich dem Betriebs- oder Betriebswagenwerk die Zahl der vorhandenen, besichtigungspflichtigen Behälter fernmündlich mit.

(4) Der Bedienstete des Betriebs- oder Betriebswagenwerk entscheidet, ob der Behälter weiterverwendet werden kann oder ausgebessert werden muß. Kleinere Schäden sind möglichst bei der Abfertigung zu beseitigen. Nach der Besichtigung stellt der Bedienstete des Betriebs- oder Betriebswagenwerk den Besichtigungskalender richtig.

(5) Nach Ablauf des angeschriebenen Besichtigungsmonats sind die noch nicht besichtigten Behälter nach Entladung sofort der nächsten für Besichtigungen vorgesehenen Abfertigung zuzuführen. Im Begleitschein (Beh Vo Anlage 3) ist zu vermerken "Zur Besichtigung". Dieser Hinweis ist mit Rotstift zu unterstreichen.

§ 3
Großausbesserung

(1) Alle 2 Jahre erhält jeder bahneigene Behälter an Stelleeiner fälligen Besichtigung in einem für Behälterausbesserung vorgesehenen Reichsbahn-Ausbesserungswerk eine Großausbesserung.

(2) Die Großausbesserung wird wie die Besichtigung in den Monaten Januar, Februar, Juli und August durchgeführt, und zwar
A- und C-Behälter mitungeradenNummern im Monat Januar,
A- und C-Behälter mitgeradenNummern im Monat August,
B-Behälter mitungeradenNummern im Monat Juli und
B-Behälter mitgeradenNummern im Monat Februar
Der Zeitpunkt der Großausbesserung ist an jedem Behälter im Besichtigungskalender durch ein "U" (Untersuchung) gekennzeichnet.

(3) Die freizügigen Behälter werden dem Reichsbahn-Ausbesserungswerk zugeführt, in dessen Bezirk ihre Großausbesserung fällig geworden ist. Die beheimateten Behälter sind dagegen dem für die Heimatbahnhöfe zuständigen Reichsbahn-Ausbesserungswerk zuzuführen.

(4) Behälter, deren Großausbesserung fällig geworden ist, erhalten wie beschädigte Behälter Notzettel nach WUV Anlage 6 (vgl § 1 (2)).

(5) Im Begleitschein (Beh Vo Anlage 3) ist zu vermerken "Zur Großausbesserung". Dieser Hinweis ist mit Rotstift zu unterstreichen.

§ 4
Kundensonderbehälter und Kundenbehälter

(1) Die Kundensonderbehälter und Kundenbehälter werden nicht von der Eisenbahn unterhalten.

(2) die Heimatbahnhöfe überwachen den Zustand dieser Behälter und fordern die Kunden zur Beseitigung von Schäden auf (vgl Beh Vo § 13 (6)).


Anhang V
Bestimmungen für die gegenseitige Benutzung von Behältern
im Verkehr mit ausländischen Bahnen
(Bestimmungen, die nur für die Grenzübergangsbahnhöfe gelten, sind seitlich durch einen Strich gekennzeichnet.)

§ 1
Geltungsbereich

(1) Der Verein Mitteleuropäischer Eisenbahnverwaltungen hat die gegenseitige Benutzung der Behälter durch das Übereinkommen über die gegenseitige Benutzung der Behälter - VBÜ - (DV 522) geregelt. Auf ihm beruhen die Vorschriften dieses Anhangs. Sie sind im gegenseitigen Behälterverkehr der deutschen Eisenbahnen und folgender Bahnen auf Behälter der deutschen Eisenbahnen und der genannten Bahnen anzuwenden:
a) der Österreichischen Bundesbahnen und der österreichischen Privatbahnen (Auf die Strecken der Salzkammergut-Lokalbahn können nur Kleinbehälter bis 2 m³ übergehen.),
b) der Kgl Ungarischen Staatseisenbahnen und der ungarischen Privatbahnen,
c) der Niederländischen Eisenbahnen,
d) der Westländischen Kleinbahn,
e) der Raab-Oedenburg-Ebenfurther Eisenbahn.
(2) Auf Grund besonderer Vereinbarungen sind die Bestimmungen dieses Anhangs auch anzuwenden im Behälterverkehr zwischen den deutschen Eisenbahnen einerseits und
a) den Dänischen Staatsbahnen und den dänischen Privatbahnen,
b) den Schwedischen Staatseisenbahnen und den schwedischen Privatbahnen,
c) den Norwegischen Staatsbahnen und den norwegischen Privatbahnen,
d) der Nationalen Gesellschaft der Belgischen Eisenbahnen und den belgischen Privatbahnen,
e) den englischen Eisenbahnen über Holland und über Belgien andererseits.
(3) Auf die in Ziff (1) und (2) genannten Behälterverkehre sind auch die den deutschen Behälterverkehr regelnden Bestimmungen der Beh Vo anzuwenden, soweit in diesem Anhang nichts anderes angeordnet ist.

§ 2
Besondere Aufgaben der Grenzübergangsbahnhöfe

Die besonderen Aufgaben der Grenzübergangsbahnhöfe ergeben sich aus dem VBÜ, das durch die Bestimmungen dieses Anhangs ergänzt wird.

§ 3
Beschaffenheit und Verladung

(1) Behälter, die nach einer ausländischen Bahn gesandt werden sollen, müssen so beschaffen sein, daß
a) der Verlust oder eine Beschädigung des verladenen Gutes ausgeschlossen ist,
b) sie durch die auftretenden normalen Beanspruchungen nicht beschädigt werden können,
c) die Sicherheit des Eisenbahnbetriebes nicht gefährdet wird.
Beladene Großbehälter müssen außerdem den Vorschriften über die zollsichere Einrichtung der Eisenbahnwagen im internationalen Verkehr entsprechen (ZAV Allg, Kdm 6)

(2) Für die Beladung der Eisenbahnwagen mit Behälter gilt GWV II § 7.

§ 4
Übergabe, Übernahme, Durchführung und Weiterverarbeitung

(1) Lehnt die ausländische Bahn die Übernahme eines beladenen Behälters ab, so ist das Gut in einen anderen Behälter oder in einen Güterwagen umzuladen.
Hält der Grenzübergangsbahnhof die Zurückweisung eines beladenen oder leeren Behälters für unbegründet, so ist zu berichten. Die Weitersendung des Gutes darf dadurch nicht verzögert werden.

(2) Will der Grenzübergangsbahnhof Behälter übernehmen, obwohl sie nach VBÜ § 3 zurückgewiesen werden dürfen, so hat er zuvor die Zustimmung des Wagenbüros einzuholen.

(3) Auf den Hinweg sind ausländische beladenen Behälter bis zum inländischen Bestimmungsbahnhof durchzuführen, desgl im Durchlauf durch Deutschland bis zum ausländischen Bestimmungsbahnhof, wenn der Behälter von einer im § 1 Ziff (1) genannten Bahn nach einer anderen im § 1 Ziff (1) genannten Bahn beladen ist. In allen anderen Fällen hat der den ausländischen Behälter auf dem Hinweg übernehmende Grenzübergangsbahnhof wegen der Weiterleitung des Behälters Weisung beim Wagenbüro einzuholen.

(4) Anträgen auf Weiterabfertigung oder Neuaufgabe nach deutschen Bestimmungsbahnhöfen ist zu entsprechen, nach Bahnhöfen ausländischer Bahnen nur, wenn die Bahn, der der Behälter gehört, mit der Bahn, nach der der Behälter weiterabgefertigt oder neu aufgegeben werden soll, nach § 1 Ziff (1) einen Behälterverkehr unterhält. In anderen Fällen ist die Entscheidung des Wagenbüros einzuholen.

§ 5
Begleitschein

(1) Die Versandbahnhöfe haben jedem deutschen Behälter einen Begleitschein nach GWV II Muster C beizugeben. Darin sind das Eigentumsmerkmal und die Ordnungsnummer sowie bei Kleinbehältern das Gattungszeichen anzugeben. Der Begleitschein ist zu kartieren; wenn jedoch in dem betreffenden Verkehr das frachtkartenlose Abfertigungsverfahren eingeführt ist, so ist der Begleitschein in das Versandbuch einzutragen (vgl auch GAV §§ 17 Ziff 6k) und 18 Ziff 4n)).
Der Begleitschein begleitet den deutschen Behälter bis zu seiner Rückkehr (§ 8).

(2) Behälter ausländischer Bahnen sind mit dem Begleitschein, mit dem sie eingehen, zurückzusenden. Wegen Kartierung oder Buchung gilt Ziff (1). Fehlt der Begleitschein, so ist ein Ersatzbegleitschein beizugeben.

(3) Die Grenzübergangsbahnhöfe haben den Begleitschein in den Übergangspapieren zu vermerken, bei der Übergabe an die ausländische Bahn fehlende Begleitscheine durch Ersatzbegleitscheine zu ersetzen und bei der Übernahme von Behältern fehlende Begleitscheine bei der ausländischen Bahn anzufordern. Lehnt die ausländische Bahn die Nachlieferung des Begleitscheins ab, so hat der Grenzübergangsbahnhof einen Ersatzbegleitschein auszustellen.

§ 6
Wiederverwendung und Rücksendung ausländischer Behälter

(1) Ausländische Behälter dürfen nur nach der Heimatbahn wiederverwendet werden.

(2) Leere ausländische Behälter, die nicht wiederverwendet werden können und über die auch vom Waagenbüro nicht verfügt wird, sind über den Grenzübergangsbahnhof, über den sie auf die Deutsche Reichsbahn übergegangen sind, nach der Heimatbahn zu senden.
Ohne Rücksicht auf den Hinweg sind leere Behälter der Niederländischen Eisenbahnen über den nächsten Grenzübergangsbahnhof zurückzusenden; leere Behälter anderer ausländischer Bahnen, die unmittelbar an die Deutsche Reichsbahn anschließen, sind im Falle der Weiterabfertigung oder Neuaufgabe über den nächsten Grenzübergangsbahnhof zurückzusenden.

(3) Für richtige Wiederverwendung (Ziff (1)) und beschleunigte Rücksendung ist zu sorgen, weil die Deutsche Reichsbahn andernfalls die Eigentumsbahn zu entschädigen hat.

(4) Wegen des Begleitscheins vgl § 5.

(5) Leer zurückgehende ausländische Behälter sind mit Heimatzetteln nach GWV II Muster B zu bezetteln.

(6) Leere Kleinbehälter werden auf dem Weg zur Beladung und auf dem Rückweg fracht- und gebührenfrei befördert, soweit die Tarife nichts anderes bestimmen.
Für die Rückbeförderung unbenutzt bleibender Großbehälter gelten im übrigen die Tarife und Abfertigungsvorschriften.

§ 7
Behandlung ausländischer Behälter

(1) Ausländische Behälter, die mit frischen Fischen, frischem Fleisch, Fleischwaren, Wildbret oder geschlachtetem Geflügel beladen waren, sind nach der Entladung grundsätzlich auszuwaschen.

(2) Lose Bestandteile, die mit dem Behälter nicht vereinigt werden können, sind mit kartiertem oder gebuchtem Begleitschein nach GWV II Muster C nach dem nächsten Grenzübergangsbahnhof der Heimatbahn zu senden.

§ 8
Behandlung der von ausländischen Bahnen zurückkehrenden deutschen Behälter

(1) Gehen auf dem Grenzübergangsbahnhof deutsche Behälter von ausländischen Bahnen ein, so hat der Bahnhof zu prüfen, ob sie ordnungsgemäß behandelt sind (§ 7 und Beh Vo § 6 (6)). Geschlossene Wagen sind jedoch nicht deshalb zu öffnen, um die Behälter zu prüfen. Die Prüfung liegt dann dem Bahnhof ob, der den Wagen entlädt.
Im übrigen ist mit leeren Behältern zu verfahren wie mit deutschen Behältern, die der Empfänger im innerdeutschen Verkehr auf dem Empfangsbahnhof nach Entladung zurückgibt.

(2) Der Grenzübergangsbahnhof hat die Begleitscheine, mit denen leere deutsche Behälter von der ausländischen Bahn eintreffen, mit dem Tagesstempel zu versehen und dem Hauptwagenamt einzusenden; bei Weitersendung des Behälters ist ihm ein neuer Begleitschein nach Beh Vo Anlage 3 beizugeben und der Überwachungs- oder Heimatbahnhof nach Beh Vo § 7 (III) zu benachrichtigen.

(3) Der Begleitschein zu beladenen deutschen Behältern verbleibt bis zum Bestimmungsbahnhof bei dem Behälter. Der Grenzübergangsbahnhof hat auf dem Begleitschein den Tagesstempel anzubringen. Der Bestimmungsbahnhof hat den Begleitschein an das Hauptwagenamt einzusenden.
Sind beladene deutsche Behälter von ausländischen Bahnen in einem geschlossenen Stückgutwagen nach einem deutschen Binnenbahnhof abgefertigt, so hat der Grenzübergangsbahnhof den Tagesstempel nur auf dem Umschlag (Streifband) anzubringen. Der erste Bahnhof, der den Behälter behandelt, hat den Inhalt des Tagesstempels vom Umschlag (Streifband) in den Begleitschein zu übertragen

§ 9
Überwachung der Rückkehr deutscher Behälter

Die Überwachungs- und Heimatbahnhöfe haben an Hand der Benachrichtigungskarten die Rückkehr deutscher Behälter aus dem Ausland zu überwachen. Der Überwachungs- oder Heimatbahnhof hat der Reichsbahndirektion zu berichten, wenn ihm die Rückkehr des Behälters aus dem Ausland fünf Wochen nach seinem Versand noch nicht bekannt geworden ist. Die Reichsbahndirektion forscht nach dem Behälter und benachrichtigt das Hauptwagenamt unter Beigabe des Schriftwechsels, wenn die Nachforschungen innerhalb von drei Monaten nach dem Übergang des Behälters auf die ausländische Bahn erfolglos sind. Das Hauptwagenamt macht die Verlustansprüche gegen die ausländische Bahn geltend.

§ 10
Beschädigung und Wiederherstellung ausländischer Behälter

(1) Bei Beschädigung ausländischer Behälter hat der entdeckende Bahnhof eine Tatbestandsaufnahme nach Erm V Muster 17 durch Pausen doppelt anzufertigen. Die Bleistiftausfertigung ist im Hilfsbuch zu vermerken und aufzubewahren. Die Pause ist mit dem Begleitschein zu verbinden.

(2) Ist für die Beschädigung eines ausländischen Behälters ein Dritter haftbar, so ist von ihm ein schriftliches Anerkenntnis seiner Haftung zu verlangen. Die Beschädigung durch Dritten und sein Name sind im Begleitschein und in der Tatbestandsaufnahme zu vermerken.

(3) Ist ein ausländischer Behälter so beschädigt, daß er beladen nicht weiterverwendet oder nicht zurückbeladen werden kann, so ist er mit Zetteln K nach WUV Anlage 28 zu bekleben, und zwar Großbehälter an jeder den Seitenwänden des Wagens zugekehrten Seite, Kleinbehälter neben dem Zettelhalter oder auf der Beklebefläche. Die Schäden sind im Zettel K einzutragen. Das Gut ist in einem anderen Behälter oder in einen Wagen umzuladen. Der Behälter und seine beschädigten Teile sind sodann ohne Rücksicht auf ihren Zustand an die Eigentumsbahn zurückzusenden.

(4) Beschädigte Behälter werden grundsätzlich von der Eigentumsbahn wiederhergestellt. Ausnahmesweise sind jedoch ausländische Behälter, die mit geringen Mitteln gebrauchsfähig gemacht werden können, auszubessern, wenn dadurch die Umladung des Gutes (Ziff (3)) vermieden wird, oder wenn sich Gelegenheit zur Wiederverwendung der Behälters bietet. Soll ein solcher Behälter der deutschen Ausbesserungsstelle zugeführt werden, so ist er mit Rotzetteln nach WUV Anlage 6 zu bekleben.

(5) Der Grenzübergangsbahnhof hat ausländische Großbehälter vor ihrem Übergang auf die ausländische Bahn zu besichtigen, Kleinbehälter nur, wenn im Begleitschein eine Beschädigung vermerkt ist, die Tatbestandsaufnahme aber fehlt, oder wenn die Wagen, in denen die Behälter befördert werden, ohnehin aus anderen Gründen geöffnet werden müssen.
Die für beschädigte ausländische Behälter dem Begleitschein beigegebene Tatbestandsaufnahme hat der Grenzübergangsbahnhof zu entnehmen und aufzubewahren. Fehlt die Tatbestandsaufnahme, so hat sie der Grenzübergangsbahnhof nachzufertigen. Ergibt sich aus dem Begleitschein, daß ein Dritter für den Schaden haftet, so ist dies in der Tatbestandsaufnahme zu vermerken.
Haben Großbehälter den Zettel K, so sind sie möglichst gemeinschaftlich mit den Vertretern der ausländischen Bahn zu besichtigen.

(6) Entschädigungsansprüche ausländischer Bahnen reglet das Hauptwagenamt.

§ 11
Beschädigung deutscher Behälter auf ausländischen Bahnen

(1) Deutsche Behälter, die von ausländischen Bahnen zurückkehren, sind vom Grenzübergangsbahnhof zu besichtigen, Großbehälter mit Zetteln K möglichst gemeinschaftlich mit Vertretern der ausländischen Bahn. Geschlossene Stückgutwagen sind auf dem Grenzübergangsbahnhof zur Prüfung des Zustandes von Behältern nur dann zu öffnen, wenn eine Beschädigung des Behälters im Begleitschein vermerkt ist; sonst hat der Bahnhof, auf dem der Behälter zuerst behandelt wird, die Aufgaben des Grenzübergangsbahnhofs.

(2) Wird bei der Besichtigung des deutschen Behälters eine Beschädigung festgestellt, so ist zu verfahren wie bei Beschädigungen im innerdeutschen Verkehr. Ist die Beschädigung jedoch so schwer, daß nach Feststellung eines technischen Beamten der Wert des Behälter mindestens um die Hälfte verringert wurde, oder ist der Behälter nach dem Vermerk im Begleitschein von einem Dritten beschädigt, so ist die Tatbestandsaufnahme mit zwei Pausen herzustellen. Die Beschädigung durch einen Dritten ist in der Tatbestandsaufnahme zu vermerken. Der entdeckende Bahnhof bewahrt die Bleischrift auf. Die erste Pause sendet er dem Überwachungs- oder Heimatbahnhof, von dem sie dem Wagenbüro vorzulegen ist. Die zweite Pause ist der Ausbesserungsstelle zu übersenden, die den Behälter ausbessern soll. Die Ausbesseunrgsstelle berechnet die Kosten der Ausbesserung nach WUV § 32 und trägt den Betrag in die Tatbestandaufnahme ein. Wird der Behälter von der Ausbesserungsstelle ausgemustert, so ist dies in der Tatbestandsaufnahme zu vermerken und anzugeben, wieviel die Ausbesserungskosten schätzungsweise betragen haben würden. Die Tatbestandsaufnahme ist sodann von der Ausbesserungsstelle dem Wagenbüro der Reichsbahndirektion zuzusenden, zu der der Überwachungs- oder Heimatbahnhof gehört.

(3) Die Reichsbahndirektion legt die Tatbestandsaufnahme dem Hauptwagenamt vor, wenn die Ausbesserungskosten mehr als 60% des Anschaffungspreises betragen oder im Falle der Ausmusterung betragen haben würden, oder wenn ein Dritter den Behälter beschädigt hat.
 


Anhang VI
Übersicht über die tariflichen Regelungen des Behälterverkehrs mit dem Ausland

Tarifbestimmungen über den Behälterverkehr bestehen im Verbandstarif:
1. Deutschland - Niederlande
2. Deutschland - Nordische Länder
3. Deutschland - Belgien
4. Deutschland - England über Belgien
 


Anlagen
  Anlage 1
(§ 6 (2))Erklärung des Absenders bei Überlassung von Behältern(Formblatt 752 01)
Anlage 2(§ 6 (2))Benachrichtigung des Empfängers (Formblatt 752 02)
Anlage 3(§ 7 (II))Begleitschein für Behälter (Formblatt 752 03)
Anlage 4(§ 7 (III))Benachrichtigung des Überwachungs- oder Heimatbahnhof über Absendung von Behältern (Formblatt 752 04)
Anlage 5(§ 16 (II))Kontrollheft des Überwachungs- oder Heimatbahnhofs über Verwendung von Behältern (Formblatt 752 05)
Anlage 6(§ 16 (III))Nachforschung nach Behältern (Formblatt 752 06)
Anlage 7(§ 17 (I))Behälterverwendungsnachweis (Formblatt 752 07)
Anlage 8(Anhang II § 1 (1))Behälterbestellbuch (Formblatt 752 08)
Anlage 9(Anhang II § 5 (1))Behälterstellungsnachweis (Formblatt 752 09)
Anlage 10(Anhang II § 5 (4))Behälterstellungsnachweis des Wagenbüros (Formblatt 752 10)

Homepage Thomas Noßke 2008 www.epoche2.de Epoche II Daten, Fakten, Dokumente DV 752 Behälterverkehr Ende