Oberbauvorschriften
DV 820
Anlage 8
(§ 23 Absatz 8)

Richtlinien für die Unterhaltung der Schienenstöße und Beseitigung von Verbiegungen im Gleisgestänge


(1) Der Stoß ist der starkstbeansruchte Teil des Gleisgestänges. Er muß daher besonders sorgfältig und sachgemäß unterhalten werden. Der Bildung von Stoßknicken, die zu erhöhtem Verschleiß an Oberbaustoffen und an den Fahrzeugen führen, ist wirksam zu begegnen.
 

(2) Vor allen Dingen muß sstreng darauf geachtet werden, daß die Stoßlücken nicht zu groß und die Stöße gut entwässert sind.

(3) Stufen an den Stößen sind zu vermeiden oder rechtzeitig zu beseitigen.

(4) Für die Einzelauswechslung dürfen nur altbrauchbare Schienen verwendet werden, die möglichst ebenso abgenutzt sind, wie die benachbarten Schienen.

(5) Altbrauchbare Schienen sind bei der Gleisauswechslung oder der Schienenauswechslung im Zusammenhange tunlichst in der Reihenfolge wieder einzubauen, wie sie im Gleis gelegen haben (Anlage 13).

(6)  Bei der Auswechslung oder Erneuerung der Gleise und Schienen dürfen an den Stößen keine Stufen entstehen (vergleiche auch Anlage 13 - Richtlinien für die Kennezichnung von Schienen vor dem Ausbau). Trotzdem nicht vermeidbare Stufen von mehr als 0,5 mm sind in den Gleisen 1.Ordnung und den durchgehenden Hauptgleisen 2. Ordnung durch Anbringen von Ausgleichslaschen und durch Einlegen dickerer ungepreßter Buchenholzzwischenlagen oder Ausgleichsplatten zu beseitigen. Das muß geschehen, bevor der Stoß befahren wird, damit nicht das Ende der höheren Schiene schon durch den ersten Zug abgefahren und der Stoß dadruch verdorben wird.

(7) Bleibende senkrechte Verbiegungen der Schienenenden sind durch geeignete Behandlung der Schienen vor der gründlichen Durcharbeitung eines Gleisabschnittes zu beseitigen.

(8) Da im allgemeienen die Schienen eines nach unten geknickten Stoßes bleibende Formänderung erlitten haben, ist der Stoß vor der Gesamtstopfung um das dopplete Maß der Einknickung, gemessen unter einem 1,5 m langen Lineal, herauszuheben und gründlich zu stopfen. Die Schwellen unter den Buckeln dürfen nicht gestopft werden. Diese Behandlung ist vor der gründlichen Drucharbeitung so rechtzeitig auszuführen, daß die Verbiegung an den Schienenenden durch das Gewicht der darüberrollenden Fahrzeuge noch vor der Gesamtstopfung beseitigt wird. Die Schienenenden dürfen dabei auf keinen Fall eine bleibenden Formveränderung noch oben erhalten.

(9) Schwellen, die wegen noch verbliebener Buckel bei der Gesamtstopfung noch nicht gestopft werden können, sind nach Beseitigung der Verbiegung nachzustopfen.


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